Architektonische Beschreibung:

 

Städtebau

 

Das Wohnhaus Pegasus war Teil eines Ensembles engagierter Projektentwickler bestehend aus zukünftigen Bewohner*innen, Soziolog*innen, Architekt*innen und Bauträgern. In einem intensiven Diskussionsprozess wurde das Baufeld D13 in 5 Bauplätze geteilt, wobei diese Teilung bereits die Gruppierung der Baumassen bestimmte. Für Pegasus ergab sich auf Basis der Wünsche der Bewohner*innen und der benachbarten Baugruppen eine Randbebauung mit einer Abtreppung des Gebäudes zu einem halböffentlichen Platz im Süden. Diese Abtreppung setzt sich in den oberste Geschossen in einer Staffelung nach Ost und West fort und ergibt einen im südlichen Bereich zur offeneren Bebauung hin pointiert plastisch ausgeformten Baukörper, der nach Norden zur geschlossenen Bebauung eine Raumkante bildet. Durch die Situierung des Hauses am Straßenrand ergibt sich (mit B.R.O.T. gegenüber) eine ideale Innenhofproportion von 2:1, wodurch der Gemeinschaftsgarten sowohl einen großzügigen als auch intimen Charakter erhält.

 

Erschließung

 

Das Haus Pegasus wird mit einem großzügigen Licht durchfluteten Stiegenhaus erschlossen, wobei die Wohnungen teilweise direkt und teilweise über kurze Stichgänge mit dem Stiegenhaus verbunden sind. Der Lift ist so dimensioniert, dass Fahrräder leicht in den Keller transportiert werden können. Zusätzlich zu den 57 Fahrradabstellplätzen im Keller gibt es 20 überdachte Stellplätze an der Nordfassade. Der Kinderwagenabstellraum befindet sich im Kellergeschoß direkt neben dem Stiegenhaus und Lift.

 

Die Familienpension (realisiert als 8 Apartements von 36-68m²) erhielt einen eigenen markanten Zugang von der Straße mit einer internen, vom Stiegenhaus unabhängigen Erschließung.

 

Gestaltungselemente

 

Der Charakter des Hauses wird durch die Terrassierungen geprägt. Die Wohnungen im Süden und in den obersten Stockwerken sind mit großzügigen Terrassen ausgestattet. Den Erdgeschoss-Wohnungen sind Mietergärten vorgelagert. Die nach Osten und nach Westen orientierten Wohnungen erhielten weit ausladende Balkone, die so versetzt sind, dass eine wechselseitige Beschattung vermieden wird. Die Abschattung erfolgt mit Rollos.

 

Die großzügige Balkonverglasung ist vorgegeben. Die Geländer der Balkone und Terrassen werden auf Wunsch der Bewohner*innen in Holz ausgebildet (waagrechte Holzlatten auf Metallunterkonstruktion). Das Haus erhielt einen freundlich warmen Charakter, der durch eine weiße, sandfarben gebrochene Fassadenfärbelung unterstrichen wurde.

 

Freiraum und Ökologie

 

Stadträumlich wirksame Qualität des Freiraums

 

Das Gebäude ist von der Straße und vom Gemeinschaftshof barrierefrei erschlossen. Die wohnungsbezogenen Freiräume sind an das Gebäude niveaugleich angebunden.

 

In direktem Anschluss an den Gemeinschaftsraum im Erdgeschoß (Spielraum) befindet sich ein befestigter Erschließungs- und Spielbereich.

 

Nur die direkten Hauseingangsbereiche sind mit versiegelten Belägen versehen, alle anderen Oberflächen sind versickerungsfähig. Die Beschattung der Südfassade erfolgt über einen mittelkronigen Laubbaum (Quercus macranthera).

 

Die Vorgärten und die Terrasse südlich des Hauses sind zum Straßenraum mit erhöhten Sichtbetonelementen (etwa 1,20m) abgegrenzt. Zum gemeinschaftlich nutzbaren Freiraum vom Baufeld sind die Nutzergärten durch einen topografischen Höhensprung (30-50cm) abgegrenzt.

 

Aufenthaltsterrassen werden in Lärchenholz ausgeführt, die Einfassung der Gartenbereiche mit Sichtbetonelementen erfolgt in Sitzhöhe.

 

Befestigte Flächen werden mit Asphalt bzw. Beton mit Besenstrich ausgeführt.

 

Die Gartenbereiche im Erdgeschoss sind mit Gebrauchsrasen, Gräsern und Gehölzen mit Blühaspekt bepflanzt.  Die Staudenbeete sind mit standortangepassten und naturnahen Arten ausgestattet. Die Oberflächenentwässerung erfolgt in die Vegetationsflächen als Flächenentwässerung, für die Gartenbewässerung wird der gemeinschaftliche Brunnen verwendet.

 

An der Nord- und Westfassade wären Fassadenbegrünungen mit Holzkonstruktionen vorgesehen (Aristolochia macrophylla, Campsis radicans), die bis jetzt (2020) nicht umgesetzt wurden.

 

Differenzierte Nutzungsangebote im Freiraum

 

Den Erdgeschosswohnungen sind Nutzergärten mit Holzterrassen und Vegetationsbereichen vorgelagert. Die Abgrenzung erfolgt über bespielbare Höhensprünge (30-50cm) und Bepflanzung, nicht jedoch über Zäune. Die Terrasse zum SW-Platz ist bis jetzt nicht gemeinschaftlich genutzt worden, da sie entgegen der ursprünglichen Planung dem Apartementbereich zugeteilt wurde. und mit Staudenbeeten eingefasst, wodurch ein differenziertes Raumerlebnis entsteht. Dieses Angebot ist für alle Baugruppen des Baufeldes nutzbar. In unmittelbarer Nähe des Spielraumes ist die Bewegungs- und Spielzone des Gemeinschaftshofes angeordnet.  Im Norden des Gebäudes - am Zugang zum Gemeinschaftshof - sind Radabstellbügel als Ergänzung zum Radabstellraum vorgesehen.

 

 Technische Beschreibung:

 

Ökologie

 

Energiekennzahl

Die Wohnhäuser erreichen eine Energiekennzahl von 16 und entsprechen damit den Anforderungen für ein besonders energieeffizientes Gebäude. Dieser wird durch eine kompakte Bauweise, gute Wärmedämmung und kontrollierte Wohnraumlüftung erreicht.

  

Baumaterialien

Das Haus wird in Massivbauweise errichtet. Die hochdämmenden Fenster mit 3-fach-Isolierverglasung sind aus Holz. Das Dach wird extensiv begrünt.

Bei sämtlichen eingesetzten Materialien wird die Kompatibilität mit der Liste: Stopp-Klimakiller-am-Bau geprüft.

 

Haustechnik

Die Warmwasserbereitung erfolgt dezentral im Durchlaufprinzip in den einzelnen Wohnungen.

Jede Wohnung wird mit elektrischen Volumenstromreglern zur individuellen Einstellung der Luftmenge ausgestattet. Zur Bewässerung der Grünflächen erfolgt über einen Brunnen, der gemeinsam mit den anderen Baugruppen errichtet und betrieben wird. In unbeheizten Bereichen wird die Isolierung der Heizungs- und Lüftungsleitungen zusätzlich verstärkt. Es soll vorzugsweise umweltfreundliche, halogenfreie Verkabelung zur Ausführung kommen.

 

Bauführung

Es wird vorwiegend Material mit einem Transport von weniger als 100km auf die Baustelle geführt. Spezielle Baulogistik in der Seestadt

 

 
 

Beim Bau: GU Auböck

 

Ausführende Baufirma Auböck

 

Installationen: Neidhart

 

Elektrik: Gindl

 

Anmelden

JSN Epic template designed by JoomlaShine.com